XrayHubDICOM-Bilder aus der Praxis versenden — die vier Anschlüsse

DICOM-Bilder aus der Praxis versenden — die vier Anschlüsse

Für die Technik zählt eine Frage: Wie kommen die Bilder aus dem Gerät heraus? Dieser Text beschreibt die vier üblichen Wege, ihre Voraussetzungen und woran sie in der Praxis scheitern.

1. DICOM-Knoten (C-STORE)

Der sauberste Weg. Im Gerät wird ein zweites Ziel eingetragen — AE-Titel, Adresse, Anschluss —, und die Untersuchung geht per C-STORE dorthin, genau wie an das PACS. Vorteil: kein Umweg, kein Zwischenordner, und die Bilder kommen mit allen Kopfdaten an. Zu beachten: Der empfangende Knoten muss die Storage-Klassen des Geräts annehmen. Ein Empfänger, der nur eine Handvoll Klassen kennt, lehnt das nächste neue Gerät ab — besser ist ein Knoten, der alles annimmt, was ihm angeboten wird.

Praktischer Punkt, den man leicht übersieht: Der Empfang muss laufen, wenn niemand angemeldet ist. Ein Gerät schickt auch mittwochs um sieben Uhr früh. Ein Dienst, der am Fenster einer Mitarbeiterin hängt, ist dann zu.

2. Beobachteter Ordner

Manche Programme schicken nichts, sondern legen ab: ein Ordner je Untersuchung, manchmal auch lose Dateien. Ein beobachteter Ordner nimmt das auf. Wichtig ist, dass erst übernommen wird, wenn nichts mehr geschrieben wird — sonst landet eine halbe Untersuchung in der Übergabe. Lose Dateien sollten nach ihrer Studien-Kennung gruppiert werden, damit nicht zwei Patienten in einem Paket landen.

3. GDT und VDDS aus der Praxissoftware

GDT (Satzart 6302/6311) ist der klassische Weg aus dem Praxisverwaltungssystem: Die Software legt eine Anforderung ab, das aufgerufene Programm antwortet mit Satzart 6310 — samt Link im Ergebnistext und PDF als Anhang. VDDS-media ist das Gegenstück in der Zahnmedizin: Das Programm trägt sich als BVS in die VDDS_MMI.INI ein und liefert Medieneinträge zurück. Beides ist unspektakulär und funktioniert seit Jahren — vorausgesetzt, der Partner hält sich an die Sätze.

4. Virtuelles Brennlaufwerk

Der Weg für alles, was keine Schnittstelle hat — und das sind mehr Programme, als man denkt: Sidexis im zahnärztlichen Bereich, MediDok ohne Zusatzmodul, ältere Röntgensoftware. Sie alle können eines: eine Patienten-CD brennen. Ein virtuelles Brennlaufwerk meldet sich bei Windows als Brenner an; die Software brennt wie immer, die Daten landen in der Übergabe statt auf einer Scheibe. Kein Rohling, keine Wartezeit, kein Zusatzmodul.

Worauf zu achten ist: Manche Brennprogramme schließen die Sitzung nie ab. Ein ordentliches virtuelles Laufwerk erkennt das und übernimmt die Scheibe trotzdem, statt ewig auf einen Abschluss zu warten, der nicht kommt.

Und der Weg hinaus: DLX

Die vier Wege oben führen Bilder in die Übergabe hinein. Hinaus führt neben dem Link für die Patientin ein genormter Weg für die weiterbehandelnde Praxis: DLX nach DIN/TS 19455. Deren Befundsystem holt die Untersuchung selbst ab — Kennung und Geburtsdatum genügen, ein Konto braucht es nicht. Was ankommt, ist ein ZIP nach IHE PDI, also der gewohnte Aufbau der Patienten-CD mit DICOMDIR; Befunde liegen zusätzlich nach IHE XDM daneben.

Was mit den Daten danach geschieht

Unabhängig vom Weg herein gilt für den Weg hinaus dasselbe: Die Bilder werden auf dem Praxisrechner verschlüsselt, bevor sie übertragen werden. Jede Datei einzeln, in Blöcken, jeweils authentifiziert — abgeschnittene oder vertauschte Blöcke fallen sofort auf. Der Server bekommt Chiffrat, Zeitpunkte und Dateigrößen zu sehen, mehr nicht.

Häufige Fragen

Welche DICOM-Storage-Klassen werden unterstützt?
Alle, die ein Gerät anbietet. Storage-Klassen einzeln aufzuzählen führt dazu, dass irgendwann das neu gekaufte Gerät abgewiesen wird — deshalb nimmt der Knoten an, was ihm angeboten wird, und beantwortet C-ECHO wie ein PACS.
Läuft der DICOM-Empfang auch ohne angemeldeten Benutzer?
Er muss. Bei XrayHub läuft er als Aufgabe beim Hochfahren des Rechners; was ankommt, wartet im Eingang, bis es jemand übernimmt.
Wie groß darf eine Untersuchung sein?
Große dreidimensionale Aufnahmen mit mehr als einem Gigabyte sind der Regelfall in der Zahnmedizin, nicht die Ausnahme. Der Client überträgt sie stückweise verschlüsselt, ohne sie vorher vollständig in den Arbeitsspeicher zu laden.

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